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Prix2001
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Brainball
Smart Studio


Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich alles immer schneller und schneller zu bewegen scheint. Neue Technologien – besonders Informationstechnologien – beschleunigen die Kommunikations- und Produktionsprozesse. Ziel dieser Technologien ist es, uns in unserem täglichen Leben zu unterstützen. Und dennoch leiden die Menschen in der westlichen Welt unter Erschöpfung, Ängsten und anderen stressbedingten Symptomen – einfach wegen ihres Hochgeschwindigkeits-Lebensstils.

Die westliche Gesellschaft ist eine Wettbewerbsgesellschaft, was unser Berufsleben ebenso wie unser Privatleben beeinflusst. Wenn es zum traditionellen Konzept des spielerischen Wettkampfes kommt, so wird jener der Sieger, der am meisten Andrenalin ausstößt und am aktivsten ist.

Bei Brainball wird das übliche Wettkampfkonzept auf den Kopf gestellt – Sieger wird, wer am meisten Passivität und Entspanntheit zeigt. Brainball kann als Interface für den geistigen Zustand zweier Spieler betrachtet werden. Eines der zentralen Anliegen von Smart Studio ist es, zu erforschen, wie die Entwicklung neuer Technologien mit unseren kulturellen, ideologischen und strukturellen Paradigmen korreliert. Am Anfang der Entwicklung des Brainball-Projekts stellten wir uns drei konzeptionelle Bedingungen: Wir wollten ein „verkehrtes“ Konzept schaffen, das moderne Leben kommentieren, ohne dabei moralisierend zu sein, und neue Wege in der Anwendung zeitgemäßer Technologie finden. Im Verlauf der Arbeit konzentrierten wir uns darauf, ein Projekt zu entwickeln, bei dem der Einsatz der Technologie selbst zu unserer Hochgeschwindigkeitsgesellschaft Stellung bezieht. Wir fanden es auch spannend, eine bereits bestehende Technologie in einem völlig neuen Kontext fernab ihres eigentlichen Einsatzbereiches anzuwenden. Die Voraussetzungen für diese spezifische Aufgabe, die in der Vollversion von Brainball gelöst wurde, entspricht auf natürliche Weise der Haltung von Smart Studios als Ganzem. Die Alltagsarbeit im Studio ist durch unseren kritischen Blick auf die Technologie gekennzeichnet. Der interdisziplinäre Ansatz ist charakteristisch für unsere Arbeit, und Brainball ist ein gutes Beispiel dafür.

Brainball verwendet ein handelsübliches Biometrie-System von IBVA Systems, um die Gehirnwellen der Mitspieler zu erfassen. Diese Signale werden von einer Macromedia-Director-Anwendung, die auf einem Apple G4 läuft, analysiert und interpretiert. Die Director-Anwendung sendet dann seriellen Output an einen API-Schrittmotor, der seinerseits ein lineares Gerät antreibt. Dieses ist unter einer Tischplatte angebracht und enthält einen Magneten auf einem Transportschlitten. Der Ball wird auf den Tisch gelegt und sofort vom Magneten unter der Tischplatte angezogen. Sobald sich der Schlitten der linearen Einheit bewegt, bewegt sich auch der Ball mit. Die Reglerknöpfe sind mit Anschlüssen der Regeleinheit des Schrittmotors verbunden und dienen zur Steuerung der Director-Anwendung.