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Prix2001
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Clicks and Cuts 2
Mille Plateaux


Digitale Maschinen überdecken die Bedeutung, reißen den Sinn auseinander, zerstören historische Spuren und Markierungen. Sie unterscheiden nicht, sie berechnen. Alles ist festgelegt, alles kann berechnet werden. Schon das Sampling flieht aus der Cut-up-Methode, die die Einheit ihres Systems dadurch bestätigt, dass sie Texte auseinanderschneidet und zusammenfügt. Die Oberfläche dieser Maschinen zeigt nicht länger Bilder, sondern Modelle, bei denen die Musik ihre ästhetische Konnotation verlässt und rein operational wird. Nur so kann die Musik metastasenhaft wachsen. Clicks and Cuts sind ihre Symptome. Hier können wir das Dazwischenliegende hören, den Sprung, der die Schleifen verbindet, die Übergänge, und selbst dort, wo die Clicks die Essenz eines Metrums simulieren – den durchgängigen Beat –, sind sie gleichzeitig eine Phrase, in der die vorhersehbare Reihenfolge der Gewichtung einer ständigen Gewichtsverlagerung weicht.

Ihre mediale Implikation besteht aus der permanenten Fähigkeit, zu verbinden. Ihr Potenzial kann sich nur als der Zusammenhang eines musikalischen Ereignisses entwickeln, einer ständigen Koppelung mit musikalischen Formen wie Clickhouse, Clicktechno, R&B Click, Glitchfunk, Clickhop und so weiter. Clicks and Cuts können als das „Entweder“ funktionieren, aber auch als das „Oder“. Ihre immanente Unbestimmtheit ist die Unbestimmtheit der digitalen Medien, wie sie in der dreiwertigen Topologie des Computers dargestellt ist. In der binären Logik der Verbindungen gibt es nicht nur den „Ein“- und den „Aus“-Modus, sondern auch den Schalter, der diesen Verbindungsstatus transportiert. Er ist das nicht-darstellbare Symbol, das Medium, der „Ab-Ort“, der den „0“- oder „1“-Zustand erst ermöglicht. Clicks and Cuts – überall Verbindungen, Verschiebungen, Transfers, Transfigurationen – Trans ...