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Prix2003
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Bird Seed
Whitehouse


Bird Seed wird von vielen Kritikern als die bisher reifste, vielfältigste und komplexeste Arbeit von Whitehouse angesehen. Auch diese Aufnahme enthält noch immer Whitehouses unverfälschte Texte samt ironischen Seitenhieben auf Unglückliche, aber die Band steht an diesem Punkt ihrer Karriere auf einer intellektuell viel subtileren und hinterfragenderen Ebene, insbesondere im Hinblick darauf, wie die Texte versuchen, mit den kulturell Stigmatisierten und unserer Therapie- und Selbsthilfe-Kultur zurecht zu kommen. Viel davon wurde dem Abgang des früheren Mitglieds, Autors und Publizisten Peter Sotos und der Reduzierung der Gruppe auf das Duo William Bennett und Philip Best zugeschrieben. Musikalisch haben sich die Dinge ebenfalls geändert bei dieser Gruppe, die als Pionier der in den 1990-ern entstandenen "Power Electronics" gelten. Mit Bird Seed hat Whitehouse nicht nur eine neue lyrische Subtilität gefunden, sondern auch eine musikalische Innovation geschaffen, die durchaus als Fortsetzung ihrer musikalischen Karriere angesehen werden kann.

"Die Welt der Kunst erlaubt eine solche sichere postmoderne Distanzierung. Genau wie sie Tretmühlen-Fetischisten brauchen. Genauso wie sie müde Perverse ausspeien, wenn sie sich frenetisch gegen Strafverfolgung zu verteidigen suchen. Sich abstrampelnde Künstler auf Jobsuche und Kunstliebhaber, die es vorziehen, dass die Kunst 'Fragen aufwirft', sind sicherlich ebenso abstoßend wie jene Stielaugen machenden Dilettanten, die erkennen, dass die Antworten nur eine Wichsvorlage sind. Sobald man der Volksschule entwachsen ist, kann man bloße Fragen nicht mehr genießen. Außer natürlich, man zieht es vor, die Antworten nicht zur Kenntnis zu nehmen, die diese Fragen in der Öffentlichkeit hervorbringen. Und deswegen hält man besser sein verdammtes Maul."
(aus CRUISE)