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Prix2004
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Topobo
Amanda Parkes, Hayes Raffles


Wie ist es, aus Bewegung eine Skulptur zu machen? Topobo ist ein 3D-Konstruktionssystem mit eingebautem kinetischem Speicher, das physische Bewegungen aufzeichnen und abspielen kann. Durch einfaches Zusammenstecken einer Kombination aus passiven (statischen) und aktiven (motorisierten) Komponenten kann man aus Topobo schnell dynamische biomorphe Formen wie Pflanzen, Tiere und Skelette zusammenbauen, diese Formen durch Drücken, Ziehen und Verdrehen animieren und anschließend beobachten, wie das System diese Bewegungen mehrfach wiederholt. So kann etwa ein Elch konstruiert werden, dem dann durch Verdrehen seines Körpers und seiner Beine das Gehen und Gestikulieren beigebracht wird. Der Elch wird diese Bewegungen nachvollziehen und nach Bedarf auch mehrmals gehen. Topobo funktioniert als und wie eine Erweiterung der Körpers, die der eigenen fließenden Gestik Rechenkapazität und Erinnerung verleiht.

Topobo wurde von den gegenwärtigen Trends im Design der Computermedien und von den Werken von Künstlern und Wissenschaftlern wie Ernst Haeckel, D’Arcy Thompson, Muybridge, Maret und Michael Grey inspiriert. Diese Künstler und Empiriker haben visuelle Untersuchungen und Modelle von natürlichen Phänomenen dazu verwendet, um die in der natürlichen Welt auftretenden Muster besser zu verstehen. In diesem Sinne ist Topobo darauf ausgelegt, Menschen das Experimentieren und den spielerischen Selbstausdruck zu ermöglichen, damit sie natürliche Beziehungen zwischen den Formen der Natur und der dynamischen Bewegung entdecken und erforschen können.

Topobo — zusammengesetzt aus „Topologie“ und „Robotics“ — ist so aufgebaut, dass es die besten Eigenschaften der bestehenden manipulativen Materialien vereint und dabei dem Material eine neue Identität verleiht, eine Identität, die den Leuten sowohl neue Muster und Prozesse vermittelt, als auch ihnen erlaubt, jene Muster und Prozesse kreativ auszudrücken, die mit keinem existierenden Material dargestellt werden können. Das System besteht aus insgesamt zehn Grundformen, die auf unterschiedlichste Weise zusammengesteckt werden können. Neun dieser Bausteine sind „passiv“, weil sie nur statische Verbindungen schaffen. Ein „aktiver“ Bauteil ist mit modernster modularer Robotertechnik aufgebaut und kann durch ein Bewegungsbeispiel programmiert werden. Diese motorisierten Komponenten sind die einzigen beweglichen, sodass das System in der Lage ist, jede dynamische Manipulation einer Struktur genauestens aufzuzeichnen und wiederzugeben.