Das lebenslange Interesse des Tänzers, Choreografen und Erfinders Huang Yi (TW) gilt der Beziehung, ja Partnerschaft von Mensch und Roboter. Seine Stücke, in denen er auch Fotografie, Video und Mechanik einsetzt, verschmelzen Tanz und eine vielfältige Bilderwelt mit Technologie und Maschinen zu Choreografien, die in Form und Inhalt weit über das in der darstellenden Kunst übliche Repertoire hinausgehen. Huang Yi versteht sich selbst als Tanzwerkzeug, die kontinuierlichen Bewegungen in seinen Stücken entsprechen dem Fluss von Daten.
In der prämiierten dreißigminütigen Performance Huang Yi & KUKA ist ein Roboter des deutschen Herstellers KUKA der Tanzpartner von Huang Yi: „Mit einem KUKA-Roboter von Angesicht zu Angesicht zu tanzen ist wie mein Gesicht im Spiegel zu betrachten. Ich lasse KUKA meine Bewegungen imitieren und lerne umgekehrt von ihm. Ich bringe mich dazu, selbst wie eine Maschine zu tanzen.“
Ars Electronica Gala
Fr 6. 9. 21:30
Brucknerhaus, Großer Saal
Mit Unterstützung von KUKA
In Zusammenarbeit mit Quanta Arts Foundation
Das menschliche Gehirn ist ein außerordentlich komplexes Organ mit mehreren Milliarden Nervenzellen und einem Vielfachen an Verbindungen und Synapsen zwischen diesen
Zellen. Erst ihr Zusammenspiel – das sogenannte Konnektom – bestimmt unser Denken und unsere Persönlichkeit. Mithilfe des MRI (magnetic resonance imaging) ist es in Magnetresonanztomografen möglich, einen Teil dieser Nervenverbindungen im lebenden Menschen zu bestimmen. Auf diese Weise können NeurologInnen etwa Zusammenhänge im Gehirn erkennen und Denkprozesse nachvollziehen. Wie das geht, zeigt die MRI-Tour ins Allgemeine Krankenhaus der Stadt Linz.
Sa 7. 9. 12:00 – 13:00, 14:00 – 15:00
Treffpunkt: Brucknerhaus, Infodesk
Preis: € 10; mit Festivalpass: € 5
Der sorglose Umgang mit persönlichen Daten und der oft zwanghafte Drang zur Selbstentblößung in sozialen Netzwerken treibt die Künstlerin Doris Graf (DE) um. Für ihre Pikträts fragt sie in Interviews mit BesucherInnen auch beim Ars Electronica Festival unverblümt nach jenen Daten, die im Web gerne mit den nüchternen Formularen der Datensammler erhoben werden und stellt die Eigenschaften und Charakteristika ihrer GesprächspartnerInnen in Form von Piktogrammen dar. Die Zusammenschau der in Reih und Glied arrangierten Pikträts macht dann augenfällig, wie sehr die menschliche Individualität allen Persönlichkeitsentfaltungsversprechen zum Trotz im Internet auf wenige Fakten zum Zwecke der ökonomischen Verwertbarkeit reduziert wird.
]]>Nach einem Intro zur diesjährigen Themenstellung durch den künstlerischen Leiter Gerfried Stocker beginnt der erste Teil des Symposiums mit Blicken auf bzw. in den Ort des menschlichen Gedächtnis, unserem Gehirn. John Dylan Haynes (Director of Berlin Center for Advanced Neuroimaging) in die Welt der modernen Gehirn und Kognitionsforschung einführen. Anhand von Schlüsselszenen von SiFi Filmen wie Total Recall wird er eine realistische Analyse der gegenwärtigen und künftigen Potentiale der wissenschaftlichen Erforschung des Gehirns vornehmen.
Über Fasertraktografie und Connectomforschung, also der Kartierung der räumlichen Verläufe von Nervenbahnen im menschlichen Gehirn, berichtet anschließend Alfred Anwander vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.
Nach diesem Einblick in aktuelle Methoden mit denen die Gehirnforschung unserem Gedächtnis auf die Spur zu kommen versucht geht es mit dem Verlust der Erinnerung weiter. Arno Villringer, ebenfalls Neurowissenschaftler am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften wird die das Krankheitsbild der Demenz aus neurologischer und klinischer Sicht erläutern und Helga Rohra, selbst Betroffene einer Lewy Body Demenz wird uns vom Leben mit dieser Diagnose berichten.
10:00 – 10:20 Intro GS
10:20 – 11:00 John-Dylan Haynes
11:00 – 11:30 Aleida Assmann
11:30 – 11:55 Alfred Anwander
11:55 – 12:25 Q+A und Pause
12:25 – 12:50 Arno Villringer
12:50 – 13:15 Helga Rohra
13:15 – 13:30 Q+A
Der zweite Teil des Symposiums beginnt mit dem Gedächtnis der Natur, der DNA. Dazu wird uns die Molekularbiologin und Pflanzenforscherin Barbara Hohn die wesentlichen genetischen und epigenetischen einer biologische Erinnerung beschreiben. Nick Goldman, Mathematiker und Genomforscher vom European Bioinformatics Institute hat mit seinem Team durch das erfolgreiche Abspeichern und Wiederauslesen von mp3-files in DNA großes Aufsehen erregt. Er wird aber nicht nur davon berichten, welche Auswirkungen das für die Zukunft der Datenspeicherung haben wird, sondern auch mit der englischen Künstlerin Charlotte Jarvis über eine gerade gemeinsam begonnene Kunst-Wissenschafts-Kooperation berichten.
Ein weiterer Ausblick in die Zukunft der Erinnerung beschäftigt sich mit der Vision das menschliche Gedächtnis im Computer nachbilden zu können. Zwei Projekte, das Synapse Projekt in den USA und das europäische Human Brain Project stehen hier an vorderster Front. Aber kann ein Computer gebaut werden, der wie ein Mensch denkt? Dharmendra S. Modha von IBM sagt ja und wird in einem Tele-Talk über seine Arbeit mit kongnitiven Computersystemen mi IBM Almaden Research Center berichten. Die großen und zahlreichen Schwierigkeiten die es für eine Simulation des menschlichen Gehirns noch zu bewältigen gilt, sind Anlass für den etwas skeptischeren Blick, den der Mediziner, Physiker und Bioelektroniker Hans Ulrich Dodt von der TU-Wien mit uns teilen wird.
Der Abschluss des ersten Symposiumtages bringt uns zurück zur Neurowissenschaft, aber auch zurück zu Kunst: Rodrigo Quian Quiroga (Leiter des NeuroEngineering Lab der University of Leicester UK) wid über seine Erforschung der „Concept Cells“ – oft auch „Jennifer Aniston Neuron“ genannt – berichten und wie ihn seine Forschung zum Werk des großen argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges brachte.
14:30 – 15:00 Barbara Hohn
15:00 – 15:25 Nick Goldman
15:25 – 15:50 Charlotte Jarvis
15:50 – 16:20 Q+A und Pause
16:20 – 16:40 Dharmendra Modha (Tele-Talk)
16:40 – 17:10 Hans-Ulrich Dodt
17:10 – 17:40 Rodrigo Quian Quiroga
17:40 – 18:00 Diskussion
In der dritten Session widmet sich das Symposien der Kultur- und Technologiegeschichte von Aufzeichnungs- und Erinnerungsapparaten. Die Kulturwissenschaftlerin Claudia Schmölders berichtet von ihrer eindrucksvolle Untersuchung des Vorkommens, bzw. Fehlens der weiblichen Stimme in den historischen Tonarchiven. Der Medienphilosoph Frank Hartmann führt uns zurück in die Frühgeschichte der Informationsgesellschaft, zum fantastische Lebenswerk von Paul Otlet dessen Prototyp einer universellen Bibliothek oft auch als das erste Internet bezeichnet wird. Michael Buckland, Professor Emeritus der UC Berkeley, bringt uns mit Emanuel Goldberg einen weiteren faszinierenden Pionier der modernen Informationsverarbeitung in Erinnerung. Und Hiroshi Ishiguro, der Star unter den japanischen Roboterforschern, katapultiert uns zurück in die Gegenwart, in der er mit seinen Robotern und Androiden die Erinnerung an einen außergewöhnlichen japanischen Schauspieler für die Zukunft erhalten will.
14:30 – 15:00 Claudia Schmölders
15:00 – 15:30 Frank Hartmann
15:30 – 15:45 Q+A
15:45 – 16:15 Michael Buckland
16:15 – 16:45 Hiroshi Ishiguro
16:45 – 17:00 Diskussion
Mit dramatischen Szenen, Ausschnitten aus seinem imposanten musikalischen Werk und der Stimme von Harald Serafin lässt die voestalpine Klangwolke 2013 Anton Bruckner wiederauferstehen.
Ein musikalisches Update zu Bruckner steuert Parov Stelar bei, und Ars Electronica Solutions beteiligt sich in Form einer Smartphone-App am Spektakel. Im Vorfeld der Klangwolke erlaubt sie, in Bruckners Tagebuch zu blättern. So lässt sich herausfinden, unter welchen Umständen und in welcher Verfassung Bruckner komponiert hat. Dabei greift die Applikation auf Originaleinträge des fleißigen Tagebuchschreibers zurück und setzt sie in einen zeitgeschichtlichen Kontext. So entsteht ein detailliertes Bild von Bruckners Welt und seines an Höhen und Tiefen reichen Lebens.
Das größte Smartphone-Orchester der Welt
[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=3KqP1hUdu_M&w=600&h=320]
Bei der Klangwolke selbst kommt der zweite Teil der App zum Zug. „Alle Menschen werden Bruckner“ verwandelt jedes mitgebrachte Smartphone oder Tablet in ein Instrument. Die BesucherInnen vereinen sich so zum größten Smartphone-Orchester der Welt. Gemeinsam mit dem Bruckner Orchester Linz stimmt es die Anfangstöne von Bruckners 4. Sinfonie an. Und all das erstmals per Stream live im Internet. Wer weiß – vielleicht hört Anton Bruckner sogar zu?
App für iPhone und iPad
App für Android
Sa 7. 9. 20:00
Donaupark
Orchestermusik und digitale Klänge einerseits, Live-Elektronik und Visualisierungen andererseits: Seit 2002 sind das die programmatischen Pole der Großen Konzertnacht von Ars Electronica Festival, Brucknerhaus Linz und Bruckner Orchester Linz.
Zur Ouvertüre erklingt Acoustic Time Travel des Prix Ars Electronica Collide@CERN-Preisträgers Bill Fontana (US), gefolgt von Radiologic des Duos Carl Stone (US) und Gil Kuno (JP).
Anschließend führt das Bruckner Orchester Linz unter Dennis Russell Davies (US/AT) nach dem kurzen Film Welcome Transients von Ernie Kovacs (US) die 10. Sinfonie von Philip Glass (US) und im Lauf des Abends Requies von Luciano Berio (IT) sowie mit dem Vibrafon-Solisten David Friedman (US) By the Reflecting Pool von Leah Muir (US) auf.
In der TOTAL RECALL Exhibition sind anschließend Performances von Yuri Suzuki (JP), Keith Lam (HK) and Michelle Ngai (TW) zu erleben. Sie stellen ihre dort präsentierten Arbeiten persönlich vor und bespielen ihre Installationen The Sound of the Earth und Device Playing: Cassette Recorder (II).
Eine Österreich-Premiere ist die AV-Produktion Ye Shanghai Roberto Paci Dalo (IT) über das jüdische Ghetto in Shanghai während und nach dem 2. Weltkrieg.
Das elektronische Finale bestreiten re-lay (Tobias Ehrhardt, AT) & 19 hertz (Emanuel Jauk, AT) mit cut.repeat sowie Daito Manabe und Satoru Higa (JP).
Die Visualisierungen dazu kommen von Arístides García (ES) und Andreas Koller (AT/UK), die musikalische Gestaltung der Umbaupausen übernimmt das MFRedman Collective.
Lentos, Freiraum
19:00 Bill Fontana (US) – Acoustic Time Travel
Created under the auspices of the Prix Ars Electronica Collide@CERN Artist in Residence Program
Lentos, Auditorium
19:30 Carl Stone & Gil Kuno – Radiologic
Brucknerhaus, Großer Saal
20:00 Ernie Kovacs: Welcome Transients (Film)
20:10 Bruckner Orchester Linz (AT), Dennis Russell Davies (Dirigent US/AT): Philip Glass: 10. Sinfonie
20:50 Roberto Paci Dalo (IT): Ye Shanghai
Brucknerhaus, Foyer
21:20 TOTAL RECALL: Performance Intermezzo
Yuri Suzuki (JP): The Sound of the Earth
Keith Lam (HK) & Michelle Ngai (TW): Device Playing: Cassette Recorder (II)
Brucknerhaus, Großer Saal
22:00 Bruckner Orchester Linz (AT), Dennis Russell Davies (Dirigent US/AT): Luciano Berio: Requies
22:30 Bruckner Orchester Linz (AT), Dennis Russell Davies (Dirigent US/AT), David Friedman (US) (am Vibraphon): Leah Muir: By the Reflecting Pool
23:10 re-lay (Tobias Ehrhardt) & 19 hertz (Emanuel Jauk) (AT) mit cut.repeat
23:30 Daito Manabe (JP) & Satoru Higa (JP)
Die Visualisierungen zu den Orchesterstücken kommen von Aristides Garcia (ES) und Andreas Koller (AT/UK).
Musikalische Gestaltung der Umbaupausen:
MFRedman Collective
Lentos Kunstmuseum Linz, Freiraum, Auditorium
Brucknerhaus, Großer Saal, Foyer
Das Konzentrationslager Mauthausen (20 Kilometer östlich von Linz) war das größte deutsche Konzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich. Es existierte vom 8. August 1938 bis zu seiner Befreiung durch US-amerikanische Truppen am 5. Mai 1945. Das Ars Electronica Festival bietet eine Exkursion zu dieser Gedenkstätte ganz in der Nähe.
Sa 7. 9. 14:30 – 17:00
Sprache: Englisch
Treffpunkt: Brucknerhaus, Infodesk
Preis: € 15; mit Festivalpass
Nahe Linz in Alkoven diente das Renaissance-Schloss Hartheim von 1940 bis 1944 als NS-Euthanasieanstalt. Hier wurden an die 30.000 körperlich und geistig beeinträchtigte oder psychisch kranke Menschen sowie KZ-Häftlinge und ZwangsarbeiterInnen von den Nazis gezielt ermordet. Heute ist Hartheim ein Lern- und Gedenkort. Dorthin führt im Rahmen der TOTAL RECALL Exhibition die Memory Tour Hartheim mit Führungen durch diese Stätte des Erinnerns.
Fr 6. 9. 17:00 – 19:30
So 8. 9., 17:00 – 19:30
Sprache: Englisch
Treffpunkt: Brucknerhaus, Infodesk
Preis: € 15; mit Festivalpass
Erleben Sie das Ars Electronica Festival 2013 in dialogischen Führungen. Sie beginnen in der großen Themenausstellung TOTAL RECALL, die Ihnen verschiedene Facetten des Erinnerns nahebringt: das individuelle Gedächtnis mit persönlichen Erinnerungen, den Umgang mit dem kollektiven Kulturerbe und die technische Ebene des Speicherns und Archivierens von Informationen. Nach der Präsentation des Japan Media Arts Festival, dem Besuch des Mobilen Ö1 Atelier und der Campus Ausstellung IL(L) Machine mit junger Medienkunst aus Israel zeigt Ihnen die Ausstellung Projekt Genesis / Your synthetically, wie KünstlerInnen die Methoden der zeitgenössischen Biologie nützen, um sich in neuer Form mit dem Leben auseinanderzusetzen.
Do 5. 9. 15:30 – 18:00
Fr 6. 9. 15:30 – 18:00
Sa 7. 9. 10:00 – 12:30, 15:30 – 18:00
So, 8. 9., 10:00 – 12:30, 15:30 – 18:00
Mo 9. 9. 15:30 – 18:00
Treffpunkt: Brucknerhaus, Infodesk
Preis: € 15; mit Festivalpass
für Kinder von 6 bis 12 Jahren
Wie erinnern wir Menschen uns eigentlich? Welche Techniken und Werkzeuge von der Steintafel bis zur Festplatte haben unsere Vorfahren für das Aufbewahren von Informationen entwickelt? Und woran arbeiten WissenschaftlerInnen und ErfinderInnen gerade, damit wir in Zukunft alles speichern können? Viele interessante Antworten auf Fragen wie diese findest du bei der Festivalrallye.
Do 5. 9. 15:30 – 18:00
Fr 6. 9. 15:30 – 18:00
Sa 7. 9. 10:00 – 12:30, 15:30 – 18:00
So 8. 9. 10:00 – 12:30, 15:30 – 18:00
Mo 9. 9. 15:30 – 18:00
Treffpunkt: Brucknerhaus, Infodesk
Preis: € 8; mit Festivalpass: kostenlos