clothes – Artificial Intelligence https://ars.electronica.art/ai/de Ars Electronica Festival 2017 Tue, 28 Jun 2022 13:43:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.6 Make Do and Mend: Controlled Commodity https://ars.electronica.art/ai/de/controlled-commodity/ Tue, 15 Aug 2017 20:35:50 +0000 https://ars.electronica.art/ai/?p=1321

Anna Dumitriu (UK)

Make Do and Mend: Controlled Commodity nimmt in Form eines bearbeiteten Damenkostüms aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs Bezug auf den 75. Jahrestag des erstmaligen Einsatzes von Penicillin an einem Patienten im Jahr 1941. Auf dem Kleid ist das Logo CC41 des britischen Handelsministeriums, eine Abkürzung für „Controlled Commodity 1941“ (Kontrollierte Ware, 1941), zu sehen.

Die vermeintlichen Löcher und Farbflecken auf dem Kleid sind Applikationen aus Seide, die mit pinkfarbenen Kolonien des Kolibakteriums gefärbt wurden. Diese wurden auf Farbstoff enthaltenden Agar gezüchtet. Das Genom dieser Bakterien wurden mit der sogenannten CRISPR-Technik editiert, um das Resistenzgen gegen das Antibiotikum Ampicillin zu entfernen und die Lücke mittels homologer Rekombination nahtlos mit einem DNA-Fragment zu füllen, welches das Motto aus dem Zweiten Weltkrieg Make Do and Mend (in etwa: Aus Alt mach Neu) kodiert. Ampicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline; Dumitriu und Goldberg setzen für dieses künstlerische genomische Editieren Technologie von heute ein, um den Organismus in den Zustand vor der Verwendung von Antibiotika zurückzuversetzen und aufzuzeigen, wie wir uns in Zukunft vor solchen biotechnologischen Fortschritten schützen können.

Credits

Unterstützt vom Projekt FEAT, einer Initiative von eutema GmbH (AT), Stichting Waag Society (NL), und youris.com (BE). Das Projekt erhielt Unterstützung vom EU-Programm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ unter der Fördernummer 686527 (H2020-FETOPEN- 2015-CSA). Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Sarah Goldberg am Synthetic Biology Laboratory for the Decipherment of Genetic Codes am Technion – Institute of Technology in Israel unter Mitwirkung von Dr. Heather Macklyne, University of Sussex, und Dr. Rob Neely, University of Birmingham.

Über die Künstlerin

Anna Dumitriu (UK) (1969) ist eine britische Künstlerin, die in ihrer Arbeit Handwerk, Skulptur und Biokunst verbindet, um unsere Beziehung zur Welt der Mikrobiologie, zur Medizin und Technologie zu ergründen. Sie arbeitet am Modernising Medical Microbiology Project an der University of Oxford (UK), am Department of Computer Science an der University of Hertfordshire (UK), an der Brighton and Sussex Medical School (UK) sowie an der Waag Society (Niederlande). Dumitriu ist künstlerische Partnerin der vom EU-Programm „Horizon 2020“ zur Unterstützung der FET-Forschung geförderten Initiative „FEAT: Future Emerging Art and Technology“ und arbeitet im Rahmen des Projekts MRG-Grammar an der Erforschung der Genregulation mit.

Lesen Sie mehr auf: starts-prize.aec.at.

This project is presented in the framework of the STARTS Prize 2017. STARTS Prize received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 732019.

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Project KOVR https://ars.electronica.art/ai/de/project-kovr/ Tue, 15 Aug 2017 17:28:23 +0000 https://ars.electronica.art/ai/?p=1303

Leon Baauw, Marcha Schagen (NL)

Wir Menschen schaffen ein gigantisches unsichtbares Netzwerk über unserer Biosphäre: die Infosphäre. Diese aus einem unsichtbaren Netzwerk und Funkwellen bestehende Infosphäre ist unser neues, sich unablässig erweiterndes Umfeld, das in atemberaubendem Tempo wächst. Das Problem dabei ist, dass wir uns in diesem Raum schutzlos mit Daten bewegen, die sensible Informationen privater Natur enthalten, und einfach von jedem nachverfolgt und missbraucht werden könnten. Wir haben die Kontrolle über unsere Privatsphäre verloren. Doch erst Privatsphäre macht uns zu Menschen.

Kleidung hat seit jeher dazu gedient, uns vor den Gefahren der Biosphäre zu schützen. Project KOVR schützt uns nun vor der Infosphäre. Die niederländischen DesignerInnen Schagen und Baauw testeten und kombinierten verschiedene Schichten metallhaltiger Stoffe, bis sie eine wirksame Lösung fanden, um den Einzelnen und seine technischen Geräte vor Funkwellen und Strahlung zu schützen. Die schwarzen Taschen ermöglichen es dem Träger bzw. der Trägerin, auf dem Gerät seiner/ihrer Wahl nach wie vor erreichbar zu sein. Project KOVR versteht sich als Gegentrend im Bereich Wearables und ist für Menschen gedacht, die wieder die Kontrolle über ihr Leben erlangen wollen.

Credits

Telefication Zevenaar, Niederlande

Foto: Suzanne Waijers

Über die Künstler

Das 2016 gestartete Project KOVR (Aussprache: cover) ist ein laufendes Projekt des niederländischen Designerduos Marcha Schagen (NL) und Leon Baauw (NL). Der Name kommt aus dem Esperanto, einer leicht erlernbaren universellen Sprache, die politische und kulturelle Differenzen ausklammert und die Transparenz von Kommunikation fördert. Das Projekt resultiert aus einer komplementären und multidisziplinären Kooperation zwischen zwei DesignerInnen, die unterschiedliche Arbeitsfelder verkörpern. Die in Utrecht ansässige Marcha Schagen kreiert Mode, Wearables und Performances, Leon Baauw (1991) lebt und arbeitet als (Grafik-)Designer, Forscher und Pädagoge in Rotterdam. Project KOVR entstand aus einer gemeinsamen Vision und dem gemeinsamen Interesse an zeitgenössischen und zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Lesen Sie mehr auf: starts-prize.aec.at.

This project is presented in the framework of the STARTS Prize 2017. STARTS Prize received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 732019.

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[IGNIS AER AQUA TERRA] https://ars.electronica.art/ai/de/ignis-aer-aqua-terra/ Tue, 15 Aug 2017 16:02:14 +0000 https://ars.electronica.art/ai/?p=1280

Yuima Nakazato (JP)

Vor langer Zeit glaubte man, dass die vier Elemente – Feuer, Wind, Wasser und Erde – durch Mischung die Vielfalt der Stoffe bilden. Zwar gilt diese Vorstellung heute als überholt, doch hat die Idee, durch Kombination eine unendliche Vielfalt schaffen zu können, Yuima Nakazato zu dieser Modekollektion inspiriert, die mithilfe neuester Technologien realisiert wird.

In naher Zukunft werden Textilien individuell für den Träger bzw. die Trägerin maßgeschneidert werden können. Funktion, Ästhetik, Haptik, Design und andere Faktoren der Kleidung werden sich je nach Bedarf binnen Sekunden verändern können. Letztendlich werden nicht zwei Kleidungsstücke in der Modewelt einander gleichen.

Dieses Projekt basiert auf einer langfristigen Zukunftsvision von Yuima Nakazato: „Jedem Individuum sein eigenes Design“. Wenn Kleidung hergestellt werden kann, ohne genäht werden zu müssen, werden sich die Prinzipien des Entwerfens, der Herstellung und des Vertriebs von Kleidung von Grund auf verändern. Das Design wird auf bestimmte Personen abgestimmt werden können. Jedes einzelne Modell dieser Kollektion wurde ohne Nadel und Faden hergestellt, einfach aus tausenden Komponenten, die Units genannt werden, gebildet. Die abgebildeten Muster zeigen die Units, aus denen jedes Modell besteht.

Über den Künstler

Yuima Nakazato (JP) wuchs in einem künstlerischem Umfeld auf: Sein Vater war Bildhauer und baute über zwanzig Jahre am Haus der Familie, seine Mutter war Schmuckherstellerin; er verbrachte seine Kindheit umgeben von moderner Kunst, handgefertigten Möbeln, Kleidungsstücken und anderen Kunstobjekten. Nach seinem Modedesignstudium am Institut für Mode an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen begann Yuima Nakazato sowohl für Privatpersonen als auch internationale Künstler, Film- und Theaterproduktionen Kleider und Kostüme zu entwerfen. Dabei entdeckte er den Reiz kundenspezifischen Designs, das er in der Folge einem breiteren Interessentenkreis zugänglich machen wollte.

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This project is presented in the framework of the STARTS Prize 2017. STARTS Prize received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 732019.

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