Dust Blooms greift einerseits die Schönheit und andererseits die Funktion der städtischen Pflanzenwelt auf und verbindet dabei künstlerische und wissenschaftliche Methoden. Mit ihrem Projekt möchte die Künstlerin auf die Relevanz des städtischen Ökosystems aufmerksam machen.
Ihre transdisziplinäre Untersuchung über die Fähigkeit von Blumen, Staub zu filtern, besteht aus drei Teilen:
Der Staub verschiedener wild vorkommender Blumen aus Linz, die direkt an stark befahrenen Straßen wachsen, wird eingesammelt und mithilfe eines Lichtmikroskops analysiert, um die Art und Menge an Staubpartikeln zu bestimmen.
Kleine Ausschnitte historischer Pflanzenillustrationen wurden digital „zusammengepflanzt“ und in Platten eingraviert. Diese veranschaulichen, wie sich die grafische Darstellung dieser Pflanzengattungen im Laufe der letzten 350 Jahren entwickelt hat.
Basierend auf den mikro-morphologischen Eigenschaften der Gänseblümchen (Taraxacum), wurden aus Materialien unserer heutigen Konsumgesellschaft skulpturale Prototypen entwickelt. Die aktuellen Feinstaubwerte werden mit integrierten Geräten gemessen und die gewonnenen Daten frei zugänglich gemacht.
Die aktuelle Forschung ermöglicht künstlicher Intelligenz anhand von Beispielen und Bildern zu lernen. Das funktioniert mithilfe von großen Mengen an Übungsdaten und Deep Learning Software. hananona ist eine künstliche Intelligenz, die 406 Blumenarten und 300.000 Blumenbilder klassifizieren kann.
Zudem visualisiert die interaktive Arbeit hananona die Kategorisierung von Blumen durch künstliche Intelligenz. Sieht der Computer eine Blume, identifiziert er Namen sowie Kategorie und zeigt einen “Blumen-Karte” – eine Visualisierung des Gehirns der künstlichen Intelligenz (KI). Das System erkennt artverwandte Exemplare und reiht sie in gemeinsame Bildergruppen ein. Die Betrachtenden können dabei live beobachten, wie die KI die Blumen klassifiziert.
BesucherInnen sind eingeladen hananona mit ihren eigenen Blumenfotos herauszufordern. Um zu beobachten, wie künstliche Intelligenz auf Blumen in unterschiedlichen Abstraktionsebenen reagiert, können auch Zeichnungen, Gemälde oder blumenähnliche Objekte getestet werden.
STAIR Lab., Chiba Institute of Technology
Creative direction, design: Surface & Architecture Inc.
Art direction: Kyoko Kunoh
Interaction design, programming: Tomohiro Akagawa
Programming: Tanoshim Inc.
Server programming: mokha Inc.
Furniture production, site setup: Tokyo Studio Co., Ltd.