Corpus Nil ist eine Musik-Performance, die hybride Formen von Identität und Musikalität erforscht. Dies geschieht durch eine intensive, rituelle Interaktion zwischen einem künstlich intelligenten Musikinstrument, einem menschlichen Körper und Klang.
Der Raum ist komplett dunkel. Der Künstler, der teils nackt und teils schwarz bemalt ist, tanzt eine intensive Choreographie, die seinen Körper allmählich verwandelt.
Zwei Arten von tragbaren Biosensoren übermitteln Daten vom Körper des Künstlers an die Software: Mikrofone nehmen den Klang der Muskeln und der inneren Organe auf, und Elektroden erfassen die Muskelspannungen. Mit speziellen Audio-Analyse-Algorithmen synthetisiert das Instrument die körperlichen Klänge erneut, indem es ein Netzwerk von digitalen Oszillatoren orchestriert. Zudem lernt das Instrument die Nuancen der Bewegungen des Künstlers und entscheidet so, ob bestimmte Oszillatoren aktiviert werden, wie Lautstärken, Glissandos und Mehrkanal-Diffusion geregelt und Rückkopplungen im Netzwerk angepasst werden.
Der Spieler kann das Instrument nicht kontrollieren, sondern nur lernen, wie er es beeinflusst und selbst davon beeinflusst wird. Das Stück verwirft konventionelle Künstler-Instrument-Beziehungen – basierend auf der totalen Kontrolle des Künstlers über das Instrument – zugunsten eines instabilen körperlichen Dialoges zwischen den beiden. Durch den Rhythmus des Schalls, der Vibration und des Lichts verwandeln sich der Körper des Künstlers und das Instrument – physisch und begrifflich – in etwas “Anderes”. Ein fremdartiges Geschöpf, das sich der herkömmlichen Definition des Menschen entzieht.
Author, research, concept, music, choreography, light design, performance, programming: Marco Donnarumma
Additional programming and research: Baptiste Caramiaux
Stage production: Margherita Pevere
Photography: Onuk and ZKM
Supported by: EAVI, Goldsmiths, University of London
Research funding: European Research Council
Stellen Sie sich eine mechanische Umdrehung wie bei einem Automotor vor: Sie folgt einem festgelegten Zyklus, aber trotzdem ist keine Umdrehung exakt gleich der vorhergegangenen; sie folgt einer Richtung, aber absolute Wiederholung ist unmöglich; äußere Einflüsse verunreinigen sie langsam, aber sicher. Das ist die Natur aller Dinge: Ein Zyklus ist nie statisch.
Ein toter Baum wurde zerschnitten, und alle von Pilzen und Larven befallenen Teile wurden entfernt; nur Bakterien, die Architekten einer sich ständig wandelnden Typografie, bewohnen diesen Ort noch. Dieses Holzstück erzeugt verschiedene Achsen beziehungsweise Umdrehungszyklen. Es gibt fünf Messpunkte, die auf präparierten Mikrofonen angebracht sind – sie fungieren als Nadeln, die die Oberfläche des Baumes auf einer bestimmten Bahn abtasten. Da die Äste unregelmäßig sind, umfasst eine einzige Umdrehung fünf verschiedene Messzyklen. Im Laufe der Zeit ordnen sich diese Segmente oder Messungen in einem spezifischen Moment zwischen je zwölf Umdrehungen an. An diesem Ort des Übergangs findet ein polyrhythmisches Zusammenspiel zwischen Ordnung und Chaos statt. Die akustische Topografie des Holzes generiert den Klang und wiederholt ihn, während die Bewegung entlang der Bahn kontinuierlich fortfährt.
The piece was developed during a residency at the Meet Factory, Prague, Czech Republic, 2016, with the support of the SHAPE European platform.
Der Sound Art Parcours am Music Montag ist eine langjährige Ars Electronica Tradition. Die Tour startet bei der Anton Bruckner Privatuniversität und legt einem Schwerpunkt auf Projekte, die mit Ton zu tun haben. Das Music Monday Programm ermöglicht intensive Begegnungen mit musikalischer Kunst.
Manuela Naveau (AT), Werner Jauk (AT)
MO 11.9.2017, 10:30-12:00 (Englisch)
Treff- und Ausgangspunkt: Anton Bruckner Privatuniversität, Hagenstrasse 57, 4040 Linz
Dauer: 90 Minuten
Sprache: Englisch
Kosten: kostenlos für Festival- oder TagespassinhaberInnen, TeilnehmerInnen des Music Monday erhalten am Infodesk in der POSTCITY Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel und die Pöstlingbergbahn (solange der Vorrat reicht)
Für ihre Performance Whose Scalpel nahm Yen Tzu Chang mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen (MRT) ihr eigenes Herz auf. Wir schalten live zum MRT-Laboratorium und gehen mit den Forschern und Forscherinnen präziser auf die Funktionen des MR-Scanners ein, können direkt Fragen stellen und scannen live Früchte. Am Computer können wir mithilfe der aufgenommenen Daten die inneren Strukturen erkennen, ohne das Obst aufzuschneiden. Yen Tzu Chang gibt uns Einblicke in ihre Performance Whose Scalpel und geht mit den ExpertInnen gemeinsam auf die dafür am Scanner aufgenommenen Bilder ihres Herzens ein. Schließlich experimentieren wir selbst am Computer mit medizinischen Bildern vom menschlichen Körper.
Sabrina Haase (DE), Yen Tzu Chang (TW), Bianka Hofmann (DE)
FR 8.9.2017, 15:00-16:30
Treff- und Ausgangspunkt: POSTCITY WE GUIDE YOU Meeting Point
Dauer: 90 Minuten
Sprache: Deutsch/Englisch
Alter der TeilnehmerInnen: 16-25 Jahre
Kosten: kostenlos für Festival- oder TagespassinhaberInnen (limitierte Teilnehmerzahl: max. 30 Personen)
Medienkünstlerin und Komponistin Se-Lien Chuang und Professor Andreas Weixler geben spannende Einblicke in das Sonic Lab & Computer Music Studio (CMS) der Anton Bruckner Privatuniversität. Nach einer Einführung in die Funktionalität des mehrkanaligen intermedialen Computermusik Konzertsaales Sonic Lab folgt eine Führung durch die Räumlichkeiten des CMS – Computer Music Studios.
Andreas Weixler (AT), Se-Lien Chuang (TW)
SA 9.9.2017, 16:00-16:45 (Englisch)
Treff- und Ausgangspunkt: Anton Bruckner Privatuniversität, Hagenstrasse 57, 4040 Linz
Dauer: 45 Minuten
Sprache: Englisch
Kosten: kostenlos