urban – Artificial Intelligence https://ars.electronica.art/ai/de Ars Electronica Festival 2017 Tue, 28 Jun 2022 13:43:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.6 The Internet of Enlightened Things https://ars.electronica.art/ai/de/internet-of-enlightened-things/ Wed, 16 Aug 2017 21:14:36 +0000 https://ars.electronica.art/ai/?p=1465

ArtCenter College of Design, Pasadena (US)

The Internet of Enlightened Things ist eine Sammlung von Projekten, die untersuchen, welche Implikationen und Chancen sich ergeben, wenn wir unser Leben – willentlich oder nicht – mit immer „intelligenteren“ Objekten und Systemen teilen. Wir interessieren uns für neue Ausprägungen von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) in Umgebungen, in denen Menschen mit dem Urbanen auf menschengerechter Ebene interagieren.

Unsere städtische Umgebung könnte bald voll von autonomen KI-Systemen sein, die den Charakter (und die wesentlichen Bestandteile) des „Lokalen“ verändern – sei es in Form von Straßenlaternen, die Fahrzeuge und FußgängerInnen (genauso wie den Gesang der Vögel oder Schüsse) tracken oder in Form von Systemen zur Erkennung von Emotionen in Geschäften bin hin zu persönlichen In-Ear-Assistenten.

Als Startschuss zu diesen Projekten stellten wir eine Reihe von Fragen: Welche Ökologien schafft eingebettete künstliche Intelligenz? Wie könnten mögliche Interaktionen aussehen? Wie interagieren die verschiedenen Systeme miteinander, und welche Rolle sollte das Design dabei spielen? Was ist mit dem Wohlergehen solcher KI-Systeme? Welche Implikationen bringen die Technologien und Methodologien von KI / ML mit sich – neuronale Netze, beaufsichtigtes / unbeaufsichtigtes Lernen, Edge / Fog / Cloud-Netzwerkstruktur? Oder die Methoden und Vorurteile von “Data-Scientists”?

Die Projekte nutzen verschiedene Medien und funktionierende Technologien, um den menschlichen Einfluss durchdringender KI-Entitäten und Architekturen zu erforschen. Sie sind spekulativ, experimentell, ja sogar seltsam. Sie wollen herausfinden, an welchen Stellen sich aufgrund der wachsenden Komplexität Probleme auftun könnten, sind aber weder utopisch noch dystopisch. Sie wollen Einsichten ermöglichen und eine Diskussion anstoßen, die insbesondere für jene neuen Design-Praktiken relevant sind, die Mensch, Gesellschaft und “das smarte Ding” kombinieren.

Media Design Practices ist ein experimentelles Programm, das mittels Critical Making neue Designansätze und die Auswirkungen neuer Ideen aus Wissenschaft, Technologie und Kultur auslotet. Das ArtCenter College of Design ist ein privates Non-Profit-College in Pasadena, Kalifornien. Die hier präsentierten Arbeiten stammen von Kiana Bahramian (US), Stephanie Cedeño (US), Reina Imagawa (JP), Yeawon Kim (KR), Xiaoxuan Liu (CN), Michael Milano (US), Claire le Nobel (CA), Godiva Reisenbichler (US), Yidan Sui (CN), Nan Tsai (TW), Jason Wong (US), Nicci Yin (US/TW) und Hao Zhang (CN), die ein Masterstudium in Media Design Practices am ArtCenter College of Design absolvieren. Die Kuratoren von The Internet of Enlightened Things, Phil van Allen und Ben Hooker, haben den gleichnamigen Kurs geleitet, der die Grundlage für diese Arbeiten darstellte.
Weiterführende Informationen finden Sie unter:
http://www.mediadesignpractices.net/research/ioet

This town has a secret: Networked Colluding in the Internet of Things

Stephanie Cedeño (US), Nicci Yin (US/TW)

This town has a secret: Networked Colluding in the Internet of Things beschäftigt sich mit Geheimnistuerei als Teil der Struktur eines Stadtviertels und geht der Frage nach, wie mit KI ausgestattete Geräte Geheimnistuerei betreiben. Das Projekt, das von Mafia- und Gangster-Archetypen inspiriert wurde, drängt den Grad der Vernetzung von IoT-Geräten in eine absurde Zukunft, wo eine vernetzte Gemeinschaft von KI-Agenten geheim ein Stadtviertel kontrolliert.

A Committee of Infrastructure

Jason Wong (US)

A Committee of Infrastructure thematisiert die Problematik von Handlungsmacht und Repräsentation in den Bereichen maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Das Projekt bedient sich des bewährten Formats der Sitzung einer Stadtverwaltung und untersucht, wie Menschen und KI-Systeme innerhalb eines solchen Settings interagieren und miteinander verhandeln.

Mr. Rogers talks about Artificial Intelligence

Godiva Reisenbichler (US)

Mr. Rogers talks about Artificial Intelligence stellt folgende Frage: Wie können wir die neuen, umstrittenen Ausprägungen einer ubiquitären künstlichen Intelligenz genauso entmystifizieren, wie der amerikanische Fernsehstar Mr. Rogers mit seiner Bildungsserie Mister Rogers‘ Neighborhood das Medium Fernsehen entzauberte?

When AIs Go Feral

Claire le Nobel (CA)

When AIs Go Feral stellt sich vor, wie das Tierleben in einer bestimmten Gegend von künstlichen autonomen Akteuren modifiziert wird (und sich selbst modifiziert). Inspiriert von der wahren Geschichte über einen großspurigen Immobilienentwickler, der nichtheimische Vogelarten in seine private Ranch importierte, untersucht das Projekt anhand einer Klanglandschaft aus Vogelgesang ein sich ständig entwickelndes, mutierendes hybrides Ökosystem.

Intelligent Devices Retirement Preserve

Michael Milano (US)

Intelligent Devices Retirement Preserve lässt intelligente Landwirtschaftsmaschinen nach ihrer Außerbetriebnahme weiterhin auf einer Grünfläche umherfahren, wo sie mit Menschen interagieren können. Das Projekt entwirft neue Rollen für spezifische Klassen intelligenter Geräte für die Zeit jenseits ihrer geplanten Obsoleszenz, vor allem für autonome Landwirtschaftsmaschinen, die über einen einzigartigen Pool landwirtschaftsbezogener Daten verfügen, da sie ihr Leben lang Pflanzen und Tiere versorgt haben.

Department of Parks and Recreation: AI Upkeep

Xiaoxuan Liu (CN), Godiva Reisenbichler (US)

AI Upkeep schlägt vor, KI-Systeme, die Städte kontrollieren, für die BewohnerInnen zu öffnen und in Form von physischen “Entscheidungsbäumen“ lesbar zu machen. Wie würde sich ein Stadtviertel im wortwörtlichen und im übertragenen Sinn verändern, wenn diese städtischen Interface-Strukturen „beschnitten“ würden?

Training a car to dream

Hao Zhang (CN)

Training a car to dream umfasst eine Reihe von Apparaten, die maschinelles Lernen zum Trainieren neuronaler Netzwerke in autonomen Fahrzeugen nutzen. Was bedeutet es, ein schlechter Fahrer zu sein, wenn man in einem autonomen Auto sitzt? Kann ein autonomes Fahrzeug so trainiert werden, dass es zum Wohle der Insassen von einer aufregenderen, weniger langweiligen Fahrerfahrung träumen lernt, sie also zuerst halluziniert und dann simuliert?

Insectile Indices

Yeawon Kim (KR)

Insectile Indices fragt sich, wie elektronisch augmentierte Insekten so trainiert werden können, dass sie als ausgeklügelte Sensoren in Gruppen arbeiten und Teil einer Nachbarschaftswache sind. Das Projekt untersucht die ethische Dimension dieser umstrittenen Idee, aber auch die ästhetische Dimension einer solch bewussten Veränderung eines Ökosystems in unserer Fauna.

Listening City

Nan Tsai (TW)

Listening City erforscht die menschlichen Beziehungen in einem erfundenen Kontext, in dem Infrastruktur buchstäblich hören kann, was gesagt wird, und in dem sie auf „nützliche“ Weise eingreift, indem sie entsprechend reagiert. Das Projekt greift auf die Resultate der Sentiment-Analyse zurück und untersucht, wie eine radikale Sensibilität in urbane KI-Infrastruktur eingebaut werden und wie diese extreme „Intelligenz“ uns sogar in unseren vergänglichsten Äußerungen beeinflussen könnte.

The Hallucinating City

Kiana Bahramian (US)

The Hallucinating City entwirft eine wiedererbaute Stadt, die von strategisch „halluzinierenden“, aus Fragmenten ausgegrabener Medien und Metadaten bestehenden Formen zum Leben erweckt wurde. Das Projekt erkundet die verschwommene Grenze zwischen Nostalgie und KI-Halluzination sowie die machtvolle, aber umstrittene Rolle, die maschinelles Lernen spielen könnte, wenn greifbare, konkrete Dinge aus einer vergänglichen, bruchstückhaften Vergangenheit wiedererstehen würden.

Rules of Utopia

Yidan Sui (CN)

Rules of Utopia erfindet eine Reihe von Wohnungseigentümergemeinschaften, in denen jeweils unterschiedliche Regeln für das Verhalten intelligenter Geräte in der Stadt Utopia gelten. Welche Konflikte ergeben sich zwischen Vierteln mit unterschiedlichen Regeln? Wie reagieren die Regulierungsschwellen autonomer Geräte darauf?

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Hybrid Art – The Intelligent Guerilla Beehive https://ars.electronica.art/ai/de/hybrid-art-guerilla-beehive/ Tue, 08 Aug 2017 10:36:31 +0000 https://ars.electronica.art/ai/?p=3243

AnneMarie Maes (BE)

Bienen sind Bioindikatoren. Sie spiegeln die Gesundheit des umliegenden Ökosystems und die Auswirkung von Schadstoffbelastungen wider. AnneMarie Maes thematisiert das zunehmende Verschwinden der Honigbiene in Industriestaaten durch Pestizide, Parasiten, Luftverschmutzung und die Zerstörung ihrer Nahrungsgebiete.

Der The Intelligent Guerilla Beehive soll schwärmenden Bienenkolonien in städtische Gebieten Schutz und Zuflucht bieten. Die äußere Membran des Bienenstocks (Sensorial Skin) ist ein Gewebe aus organischen und elektronischen Elementen. Bakterien, die in der obersten Zelluloseschicht leben, wirken als Biosensoren. Sobald sie einen bestimmten Grad an Verschmutzung wahrnehmen, ändern sie ihre Farbe und produzieren Muster, welche die Bedrohungen aus der Umwelt widerspiegeln. Eine weitere, doppelseitige Haut beherbergt eine zweite Bakterienart, die den natürlichen Feind der Honigbiene – die Varroa destructor-Milbe – bekämpft.

Inspiriert von der Intelligenz, Komplexität und Selbstorganisation der Bienenvölker vereint dieses künstlerische Forschungsprojekt „smarte“ Materialien (intelligente Werkstoffe), biomimetische Formen und Biotechnologie, um auf die Gefährdung der Honigbiene hinzuweisen.

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