ENTSCHEIDUNG IM PRIX ARS ELECTRONICA 2001
Die Gewinner der Goldenen Nicas gestern abend gekürt



Linz, 4. September 2001


Die Preisverleihung des Prix Ars Electronica 2001 setzte gestern abend im ORF Landesstudio Oberösterreich und live im Satelliten-TV 3sat den glanzvollen Schlußpunkt im diesjährigen Wettbewerb. Ein neuer Verleihungsmodus sorgte im Rennen um die Goldenen Nicas für Spannung unter Künstlern und Gästen.

Pro Wettbewerbssparte waren jeweils 3 Arbeiten für Geldpreise nominiert. Wer freilich die mit je Euro 10.000 dotierten Goldenen Nicas bekommen würde, war bis zuletzt bestgehütetes Geheimnis. Entsprechend groß war dann die Freude bei den Gewinnern:

* Xavier de l'Hermuzière und Philippe Grammaticopoulos aus Frankreich für die Animation "Le Processus" in der Sparte Computeranimation/ Visual Effects,
* Ryoji Ikeda aus Japan für die Komposition "Matrix" in der Sparte Digital Musics,
* Carsten Nicolai aus Deutschland und Marco Peljhan aus Slowenien für die Rauminstallation "polar" in der Sparte Interaktive Kunst,
* Team cHmAn aus Frankreich für das Online-Spiel "Banja" in der Sparte Net Vision,
* Joshua Davis aus den USA für "IPIRIAIYISITIAITIIIOINI in der Sparte Net Excellence und
* Markus Triska aus Langenzersdorf in Niederösterreich für das Spiel "Jind", mit dem er die Goldene Nica in der Sparte cybergeneration - u19 freestyle computing eroberte.

Insgesamt sind zum Prix Ars Electronica 2001 rund 2.200 Werke aus 62 Ländern der Erde eingereicht worden. Hochkarätig besetzte Fachjuries erkoren bereits im April in geheimer Wahl die jeweiligen Sieger.
Insgesamt wurden so 18 Werke in den 6 Wettbewerbskategorien (davon 1 Doppelkategorie: Net Vision/Net Excellence) für die Goldenen Nicas nominiert.

Zusätzlich zu den Goldenen Nicas und zu den Auszeichnungen können sich die Gewinner über Geldpreise im Gesamtwert von Euro 100.000, gestiftet von jet2web Internet, freuen.

Charmant und kompetent führten die Moderatoren Ingrid Thurnher und Josef Broukal durch das Programm und öffneten die digitalen Kuverts, unterstützt von prominenten Preisüberreichern aus Wirtschaft und Politik, die das Geheimnis um die digitalen Meisterwerke des Prix Ars Electronica 2001 enthüllten.

Die Gewinner und ihre Werke

Computeranimation/Visual Effects

Goldene Nica (Euro 10.000)
* Xavier de l'Hermuzière, Philippe Grammaticopoulos (Frankreich): "Le Processus"
In holzschnittartigen Schwarz-Weiß-Bildern thematisiert der Film den Ausbruch eines einzelnen aus der Konformität einer Gruppe.

2 Auszeichnungen (à Euro 5.000)
* Ralph Eggleston; Pixar Animation Studios (USA): "For The Birds"
Auf pointiert witzige Art erzählt dieser Kurzfilm, was passieren kann, wenn sich ungleiche Partner zusammentun.
* Laetitia Gabrielli, Max Tourret, Mathieu Renoux, Pierre Marteel, Mathieu Renoux, Max Tourret (Frankreich): "L'Enfant de la Haute Mer"
In einem verlassenen Ort am Meer hängt ein kleines Mädchen seinen Träumen nach.

Digital Musics

Goldene Nica (Euro 10.000)
* Ryoji Ikeda (Japan): "Matrix"
In seiner Arbeit "Matrix" verwendet Ryoji Ikeda digitale Aufnahmeprozesse in reinster und präzisester Form. Videoprojektionen werden perfekt mit der Musik synchronisiert.

2 Auszeichnungen (à Euro 5.000)
* Markus Popp / oval (Deutschland): "ovalprocess/ovalcommers"
"Ovalprocess" ist eine interaktive Soundinstallation, bestehend aus einem ästhetisch anspruchsvollen Interface und einer ununterbrochenen Wiedergabe von gespeicherten und bearbeiteten Klängen, die im Verlauf ihre Struktur und Abfolge verändern.
* Blectum from Blechdom (USA): "The Messy Jesse Fiesta"
"The Messy Jesse Fiesta" ist "dirty electronic" mit Humour - das Werk entstand aus der Zusammenarbeit zweier Künstlerinnen mit klassischer Musikausbildung.

Interaktive Kunst

Goldene Nica (Euro 10.000)
* Carsten Nicolai, Marco Peljhan (Deutschland/Slowenien): "polar"
"polar" ist eine interaktive Multimedia-Rauminstallation, die den Datenfluß in globalen und lokalen Netzwerken sowohl sinnlich als auch kognitiv erfahren läßt.

2 Auszeichnungen (à Euro 5.000)
* association.creation (Österreich): "bump"
Beim Projekt "bump" bilden zwei Holzbrücken in zwei verschiedenen Städten den Treffpunkt für große öffentliche Veranstaltungen. Wenn jemand eine dieser Holzbrücken betritt, löst das Gewicht dieser Person einen Impuls aus, der über Datenübertragungskabel zur Holzbrücke in die andere Stadt geleitet wird und dort das passende Brett um einige Zentimeter bewegt.
* Haruki Nishijima (Japan): "Remain in Light"
"Remain in Light" ist die zeitgenössisch moderne Version des Insektensammlers früherer Zeiten. Ausgangsmaterial sind "electronic insects" - das sind Bits von analogen(!) Umweltgeräuschen, gesammelt auf Parkplätzen, in Restaurants, Städten etc., die zum interaktiven visuellen Environment der Außenwelt werden.


Net Vision/Net Excellence

Goldene Nica Net Vision (Euro 10.000)
* Team cHmAn (Frankreich): "Banja, the online game" http://www.banja.com
"Banja" ist ein wegweisendes Online-Game, das die Möglichkeiten raffinierter Flash-Programmierung in erfrischender und bisher unerreichter Weise ausreizt und vorantreibt.

2 Auszeichnungen Net Vision (à Euro 5.000)
* Yuji Naka; Sonic Team/Sega (Japan):
"Phantasy Star Online" http://www.sega.com/sega/game/pso_launch.jhtml
"Phantasy Star Online" ist ein Multi-Player-Game, das dank der geglückten Verbindung von Spielkonsole mit dem Internet neue Dimensionen vernetzten Spielens eröffnet und durch die Integration innovativer Kommunikationsmodule (wie zum Beispiel einem Echtzeit-Übersetzungstool) besticht.
* Neeraj Jhanji; ImaHima Inc. (Japan): "ImaHima" http://shiva.imahima.com
"ImaHima" ist eine ortsbezogene Anwendung für den japanischen I-Mode-Standard, die das Prinzip der Newsgroups mobil macht und dem Benutzer Menschen mit gleichen Interessen sowie Freunde, die sich gerade in der näheren Umgebung aufhalten, auf seinem Handy-Display anzeigt.


Goldene Nica Net Excellence (Euro 10.000)

* Joshua Davis (USA): "|P|R|A|Y|S|T|A|T|I|O|N|" http://www.praystation.com
"Praystation" funktioniert als eine Art Distance-Learning-Community, bei der in spielerischer, intuitiver Weise ungewöhnliche Wege der Flash-Programmierung erforscht werden und der Source Code der Entwicklungen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird.

2 Auszeichnungen Net Excellence (à Euro 5.000)
* Chris McGrail, Dorian Moore, Dan Sayers/ Kleber (Großbritannien): "Warp Records" http://warprecords.com
Die Website von "Warp Records", einem der innovativsten Plattenlabels der elektronischen Musikszene, besticht durch stilbildendes Design und ein eigens entwickeltes, effizientes Online-Shopping-System, das es dem unabhängigen Label ermöglicht, seine Produkte mit geringem Kostenaufwand zu vertreiben.
* Brian McGrath, Mark Watkins (USA): "Manhattan Timeformations"
http://www.skyscraper.org/timeformations
"Manhattan Timeformations" ist die Visualisierung der dynamischen Beziehung zwischen Manhattans Wolkenkratzern und diversen Faktoren der urbanen Entwicklung. Hier wird auf eindrückliche Weise das bedeutende Potential der Verbindung von Information und Architektur vorgeführt.

cybergeneration - u19 freestyle computing

Goldene Nica (Euro 5.500)
* Markus Triska; Langenzersdorf (Niederösterreich): "JIND"
Nach intensiver Auseinandersetzung mit theoretischem Hintergrundwissen entwickelte Markus Triska sein Programm anläßlich eines Programmierwettbewerbes der Online-Schülerzeitung "In and Online". Das entstandene Spiel "JIND" ermöglicht den Lesern der Online-Zeitung, die Grundlagen des Programmierens kennenzulernen und auszuprobieren. Einer Spielfigur, die sich in einem Labyrinth befindet, gibt man mittels Anweisungen, Bedingungen und Schleifen einen möglichst allgemeinen Lösungsweg an. Ausprobieren kann man dieses Spiel unter http://triskam.virtualave.net/jind.html

2 Auszeichnungen (à Euro 2.200)
* Martin Leonhartsberger, Gramastetten (Oberösterreich): "Power Sphere"
"Power Sphere" ist eine kleine Plexiglaskugel, die durch das Gewichtsmoment der Antriebseinheit bewegt wird. Das ehemalige Schulprojekt wurde von Martin Leonhartsberger aufgegriffen und somit ein phänomenales Produkt - ein ferngesteuertes Kugelgefährt, das gar nicht so langsam fährt - geschaffen.
* Johannes Schiehsl, Conrad Tambour und Peter Strobl; Enzesfeld (Niederösterreich):
"Professor Brösl"
Das Spiel "Professor Brösl" ist ein skurriles Grafikadventure, bei dem der Spieler in die Rolle des Professors schlüpft, der ein Forschungszentrum durch Einbringung von Geldmittel vor der Schließung bewahren soll. Nach der Bewältigung vieler spannender Aufgaben bemerkt der Professor, dass die Geldmittel nicht der Forschung, sondern einer illegalen Untergrundbewegung zu Gute kommen. Das grafisch sehr anspruchsvoll und aufwendig gestaltete Spiel fasziniert durch amüsante Dialoge in Dialektform und spannende Szenen mit fetzigem Ausgang.


Und noch mehr Spannendes zur Ars Electronica-Zeit

Wer mehr über den Prix Ars Electronica wissen möchte, hat jetzt - zur Zeit des Festivals Ars Electronica - dazu besonders gute und vielfältige Gelegenheiten.
Über die Website http://www.aec.at/takeover läßt sich das gesamte Festivalprogramm und Details über alle Veranstaltungen, Events, Ausstellungen, Konzerte und Performances herunterladen. Hier einige besonders interessante Hinweise:

Unbedingt ansehen: CYBERARTS 2001
Ausstellung der besten Arbeiten des Prix Ars Electronica in Linz
In der Ausstellung "Cyberarts 2001" können sich Besucher auf eine interaktive Entdeckungsreise begeben. Das O.K Centrum für Gegenwartskunst in Linz zeigt eine Auswahl der besten Arbeiten des Prix Ars Electronica 2001 und lädt seine Besucher zum Agieren, Staunen, Ausprobieren. Während der Festivalzeit betreuen viele Künstler ihre Projekte persönlich und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Ausreichend Raum ist dem Nachwuchs gewidmet: Die Jugendkategorie u19 freestyle computing präsentiert sich in einem speziell für Jugendliche aufbereiteten Ausstellungsbereich. Ein Besuch in den letzten Ferientagen lohnt sicher und regt zur Teilnahme am u19-Wettbewerb im kommenden Jahr an - waiting for you!

Die Öffnungszeiten der Ausstellung (Tickets ATS 50/ATS 30 erm.):
1.-6. Sept. 10:00-24:00h (auch für Nachtschwärmer!)
7.-16. Sept. Di, 10:00-20:00h und Mi-So, 10:00-18:00h

Die Gewinner persönlich treffen!
Künstlerforum an 3 Nachmittagen bei freiem Eintritt im ORF Landesstudio in Linz
Von Di-Do, 4.-6. Sept, präsentieren die Prix-Gewinner höchstpersönlich ihre Preisträgerarbeiten. Bei kostenlosem Eintritt kann man hier also hautnah das Neueste über Animationstechniken, Internetprojekte, digitale Musikentwicklung und vieles mehr erfahren. Die Präsentation der einzelnen Wettbewerbskategorien erfolgt an 3 Nachmittagen:

Di, 4. Sept, 14:30-18:15h: Computeranimation/Visual Effects
Mi, 5. Sept, 14:30-18:30h: Digital Musics und Interaktive Kunst
Do, 6. Sept, 14:30-18:30h: Net Vision/Net Excellence

Weil der Prix Ars Electronica heuer sein 15 Jahre Jubiläum feiert, gibt's am Di, 4. Sept. zusätzlich ein eineinhalbstündiges Videospecial über die Geschichte der Computergraphik und ein Referat von Dieter Daniels, Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie in Leipzig.
Preisträger in Concert:
Fixtermine für Digital Musics-Fans
Di, 4. Sept., 21:00h, im Brucknerhaus in Linz
Ryoji Ikeda in Concert
Eine Performance, die außergewöhnliche Hördimensionen eröffnet und unsere Wahrnehmungen von Raum und Zeit, Klang und Licht testet.

Do, 6. Sept., 22:00h, im Posthof in Linz
Down with the Messy Gearhound Fiesta
fLeetwood Macintosh: bLect6um from bLechdom, kid606, Lesser

Zum Schmökern in der Cyberwelt:
Wettbewerbsdokumentation - Buch, VHS/DVD, CD auch im Package
Als Wettbewerbsdokumentation erscheint zum Ars Electronica Festival im Springer Verlag Wien/New York das Buch "Cyberarts 2001" (ATS 360).
Die besten Arbeiten der Kategorie Computeranimation/Visual Effects werden auf VHS-Kassette und DVD (jeweils ATS 260) dokumentiert, und die Auszüge der Preisträgerwerke der Kategorie Digital Musics werden auf CD (ATS 160) veröffentlicht.
Ein Package mit Buch/CD/VHS oder Buch/CD/DVD ist schon um ATS 660 erhältlich. Bestellungen und Infos unter info@prixars.orf.at

Preisstifter und Sponsoren des Prix Ars Electronica
Ermöglicht wird der Prix Ars Electronica in seiner Gesamtheit seit seinem Bestehen durch das Engagement seitens Institutionen der Wirtschaft und der öffentlichen Hand. Das sind 2001 jet2web Internet als Preisstifter, die VOEST-ALPINE AG, Datakom Austria und die Österreichische Postsparkasse P.S.K. sowie die Stadt Linz und das Land Oberösterreich als Förderer.
Weiters dankt der Prix Ars Electronica für die Unterstützung durch Austrian Airlines, Lufthansa, Casinos Austria, Courtyard by Marriott, Sony DADC und dem Pöstlingberg Schlöss'l.


Ansprechpartner für Rückfragen:
ORF/ Prix Ars Electronica: Dr. Christine Schöpf, Judith Raab
Europaplatz 3, A-4021 Linz
Tel. +43/ (0)732/ 6900 - 24218, 24227; christine.schoepf@orf.at; judith.raab@orf.at

Presse-Information

Ars Electronica 2001                                       
Hauptstraße 2
4040 Linz                                                                   
Austria                                                                       
Gabriele Hofer                                                 
T: +43.732.7272-780                                                     
F: +43.732.7272-77                                                       
gabriele@aec.at                                                        

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