| Observations about the TAKEOVER: The Return of the (Art) Collective |
| Ideas about the collective production of art often came about in the context of political visions of changing society or the idea of the 'Gesamtkunstwerk' where different fields of art merge. While art collectives in different forms showed up around the beginning of the 20th century and around 1968, they seemed to have come out of fashion after the demise of real socialism more than a decade ago. In the context of the effects that go along with the TAKEOVER around the beginning of the 21st century there seems to be a renaissance of that model in a somewhat changed context. Thinking about (art) collectives today means thinking about intense and organised forms of collaboration in creative work that go far beyond those – quite frequently found – loose formations for single purposes or projects and also beyond group-working situations in the transitional phase between education and professionalism. Collectives today seem more profane, while not devoid of political positions. Rather is the formation of collectives grounded in the desire to find new forms of work, new approaches to problems and – maybe most prominent in some cases – a different form of presentation of the group and its work. That such strategies can go together with cult-status might be seen by looking at groups like tomato, where the group-myth turned into a label for what is in fact a conglomerate of companies. The blurring of distinctions between different areas of creative work has already been discussed as an element of the TAKEOVER, now it can also be seen in the light of collective work-forms that bring together people with different backgrounds and expertise in a non-hierarchical setting. The work of collectives that had begun to reappear – inside and outside the art-scene – with groups like for instance SRL (survival research laboratories), Ponton Media Lab or the Guerilla Girls should not be confused with the production reality in parts of the entertainment industry, where – especially in the movie-industry – there are larger numbers of creative people at work, but often still the dominant figure of the director is perceived as the author. Still, the different fields don’t follow the same rules and – improvised – music seems to be the one where cooperation and collaboration broke through earlier than in other areas. Social contexts and scenes formed by different musical movements turned out to be major starting impulses and influential factors for many young designers, who work today with sound and video. An interesting example for the return of the (art) collectives can be found in the Viennese architecture and design group propeller z who differ not only in their collective conceptual work-mode, their blending of different fields of expertise and their presentation as a collective from the mainstream in architecture and design. Their characteristic and successful work has meanwhile led a number of even younger creatives on the path they broke through. The keyboard-shortcut that is notorious at least with Mac users in 1994 became the name for this team of five architects, designers, graphic designers and musicians that have meanwhile attracted international attention with projects like the exhibition space 'Meteorite' in Germany or flagship stores for the GIL – fashion area. Besides the characteristic profile of their projects propeller z can also be described by their work process: the whole team develops the concepts together, working equally as often only conceptual or graphical, as they devote themselves to even smallest manufactural solutions. The interaction inside the group is their main power source. Their analytical approach carves out the essentials of each new project. Close co-operations with scientists – including the MIT – follow their work with analytical feedback. As clearly as the structural element of the 'strip' – one surface going across different levels of a building, walls and ceilings – shows in their work, as decidedly do they avoid commercially tempting repetition and seek ever new challenges. Bringt der TAKEOVER die Rückkehr des (Künstler)Kollektivs? Das Architektenteam propeller z oder die Kunst, Wiederholungen zu vermeiden. Vorstellungen einer kollektiven künstlerischen Produktion formierten sich oft im Zusammenhang mit politischen Visionen der Gesellschaftsveränderung oder der Idee des 'Gesamtkunstwerkes', in dem verschiedene Kunstrichtungen zusammenfließen. Während Künstlerkollektive um den Beginn des 20. Jahrhunderts und um das Jahr 1968 herum vermehrt auftraten, schienen sie im Gefolge des Zusammenbruches des realen Sozialismus vor mehr als einem Jahrzehnt aus der Mode gekommen zu sein. Im Gefolge der Effekte, die zum Phänomen des TAKEOVER rund um den Wechsel zum 21. Jahrhundert gehören, scheint sich eine Renaissance dieses Modells unter veränderten Rahmenbedingungen abzuzeichnen. Heute über (Künstler)Kollektive nachzudenken bedeutet, über intensive und organisierte Formen der Zusammenarbeit bei kreativer Arbeit nachzudenken, die weit über jene – häufig anzutreffenden – losen, anlass- oder projektbezogenen Teambildungen hinausgehen oder auch solche Gruppen, die in Übergangsphasen zwischen Ausbildung und Professionalität gerne vorübergehend entstehen. Heute scheinen solche Kollektive profaner als in der Vergangenheit, wenngleich keineswegs ohne politische Positionen. Die Formierung eines Kollektivs ist vielfach eher in dem Wunsch begründet, neue Formen und Wege der Arbeit, neue Zugänge zu Problemstellungen und – vielleicht in vielen Fällen der prominenteste Grund – eine abweichende Form der Präsentation der Gruppe und ihrer Arbeit zu finden. Dass solche Strategien mit Kult-Status einhergehen können, zeigt sich an Gruppen wie tomato, wo die Mythenbildung sich in ein Label für etwas transformiert hat, was de facto ein Konglomerat von Firmen ist. Das Verschwimmen der Grenzen zwischen den verschiedenen Bereichen kreativer Arbeit als ein Element des TAKEOVER wurde bereits diskutiert, nun kann es auch im Lichte kollektiver Arbeitsformen gesehen werden, die Personen mit unterschiedlichem Background und Expertise in einem nicht-hierarchischen Setting zusammenbringen. Die Arbeit von Kollektiven hatte – innerhalb und außerhalb der Kunstszenen – mit Gruppen wie etwa SRL (survival research laboratories), Ponton Media Lab oder den Guerilla Girls wieder aufzutauchen begonnen, sie sollte allerdings nicht verwechselt werden mit der Produktionswirklichkeit in Teilen der Entertainment-Industrie, wo – wie etwa beim Film – große Gruppen kreativer Personen zusammenarbeiten, jedoch die Figur des Regisseurs dominant ist und noch immer als der wesentliche Autor wahrgenommen wird. Die verschiedenen Bereiche folgen durchaus nicht den selben Regeln, und etwa die – improvisierte – Musik scheint einer jener Bereiche zu sein, wo Kooperation und Kollaboration früher zu einem Durchbruch gelangten als in anderen Gebieten. Die Szenen verschiedener musikalischer Strömungen erwiesen sich auch als wesentliche Impulsgeber und Einflüsse für viele jüngere Designer, die heute mit Sound und Video arbeiten. Ein interessantes Beispiel für die Rückkehr der (Künstler)Kollektive findet sich in der Wiener Architektur- und Designgruppe propeller z, die sich nicht nur in ihrer kollektiven Arbeitsweise in der Konzeption, ihrer Verbindung verschiedener Bereiche von Expertise und ihrem Auftritt als Kollektiv deutlich vom Mainstream in Architektur und Design abheben. Ihre charakteristische und erfolgreiche Arbeit hat mittlerweile auch eine Reihe noch jüngerer Kreativer auf den Pfad gelockt, den sie freigeschlagen haben. Der – zumindest Mac-UserInnen vertraute – Keyboard-Shortcut wurde zum Namen für das seit 1994 tätige Team aus fünf ArchitektInnen, Designern, Grafikern und Musikern, das mit Projekten wie dem Ausstellungsspace 'Meteorit' in Essen oder Flagship-Stores der GIL – fashion area international Aufsehen erregt hat. Neben der prägnanten Charakteristik ihrer Projekte können propeller z auch durch ihre Arbeitsweise beschrieben werden: Das Team erarbeitet die Konzepte stets gemeinsam, arbeitet ebenso oft rein inhaltlich oder grafisch, wie es sich bei Bauaufgaben auch um kleinste handwerkliche Lösungen kümmert. Die Interaktion innerhalb der Gruppe ist ihre wesentlicher Treibstoff. Ihr analytischer Zugang lässt sie das Wesentliche aus jedem neuen Projekt herausarbeiten und auch ihre Arbeit von Wissenschaftlern – etwa des MIT – analytisch begleiten. So deutlich sich das Motiv der 'Schleife' – der über mehrere Etagen, Wände und Decken gezogenen oder gefalteten Fläche – durch ihre Arbeiten zieht, so sehr meiden propeller z die kommerziell verlockende Wiederholung und suchen stets neue und lustvolle Herausforderungen. |
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