What das 'takeover' mean? Is there a hostile or friendly takeover under way? What are the strategies of art institutions in a situation of global concentration?
When looking up 'takeover' in one of the more prominent search engines, you come across a variety of backgrounds, where the term is used: the contexts range from social and political movements to bands, music labels and publications and radio stations to Merger & Acquisition Services, specialised solicitors and Takeover Commissions that exist in different countries. Among them is also 'Operation Takeover', a computer game based on the Voyager Series of StarTrek.
Probably the most prominent term from the corporate world in this context is the 'hostile takeover', a term connected with dramatic occurrencies infamous for the excesses of today's form of global capitalism and the concentration tendencies to be seen in many sectors.
Also art institutions worldwide are confronted with a concentration tendency that often shows elements of takeover, museums entering global alliances, becoming part of the media- and entertainment industries and acting with the methods familiar there.
In its long history and especially in its history in the 20th century art has shown the ability to incorporate various new materials, media and social contexts, thus displaying a strong resistance against all declared 'ends of art' over the years. Art - in a sense - remained 'forever young', while art institutions have shown signs of aging and of inertia in reacting to changing conditions. The changing conditions not only consist of the changes in the production conditions for creative work, but also in the settings of reception and distribution that the art complex can provide.
While it actually seems that the set of phenomena that Ars Electronica tries to describe with the term TAKEOVER has for some time gone by unnoticed by a number of players in the art world, they now try to catch up and integrate this phenomenon in their realm. Of course there is also a new generation 'taking over', but the actual TAKEOVER could be more of a strategy than a phenomenon. A strategy used by art institutions in a situation of intensified competition in the cultural and entertainment sector, of larger audiences reached with modern art when certain methods of marketing are applied and of a tendency of - international - concentration. So TAKEOVER also means that art is redefined again and the art world is attempting a takeover on what it cannot prevent. Considering this 'Operation Takeover' hostile or friendly will strongly depend on whether the art institutions will be able to provide useful conditions for non-commercial work without applying their usual rituals of access and acceptance, whether they will come to terms with people not depending on a status as 'artist', but who are rather interested in the possibilities they get for commissioning interesting work and the freedom to follow their interests and views.
Ist das die 'Operation Takeover'? Wer übernimmt hier eigentlich wen? Was bedeutet 'Takeover'? Ist da eine feindliche oder eine freundliche Übernahme im Gange? Welches sind die Strategien der Kunstinstitutionen in einer Situation globaler Konzentration?
Sucht man mittels einer der prominenteren Suchmaschinen nach dem Begriff des 'Takeover', dann stößt man auf eine Vielfalt an Kontexten, in denen dieser Terminus auftaucht: Die Zusammenhänge reichen von sozialen und politischen Bewegungen bis zu Bands, Musiklabels, Musikmagazinen und Radiostationen bis hin zu Merger & Acquitsition Services, spezialisierten Anwaltskanzleien und den sogenannten Übernahmekommissionen, die in verschiedenen Ländern existieren. Unter den Fundstellen ist auch 'Operation Takeover', ein Computergame, das auf der Voyager Serie von StarTrek basiert.
Der wahrscheinlich bekannteste Begriff aus der Welt des Business ist in diesem Zusammenhang der des 'Hostile Takeover'. Die 'feindliche Übernahme' ist verbunden mit dramatischen Übernahmeschlachten großer Konzerne, berüchtigte Exzesse der aktuellen Form eines globalen Kapitalismus und seiner Konzentrationstendenzen, wie sie in vielen Sektoren beobachtet werden können.
Auch Kunstinstitutionen sind weltweit mit Konzentrationstendenzen konfrontiert, in denen das Motiv des 'Takeover' wiederholt auftaucht, Museen gehen internationale Allianzen ein und werden Teil der Medien- und Unterhaltungsindustrie und agieren mit den dort üblichen Methoden.
In ihrer langen Geschichte und speziell in ihrer Geschichte im 20. Jahrhundert hat die Kunst immer wieder ihre Fähigkeit bewiesen, vielfältige neue Materialien, Medien und soziale Zusammenhänge in ihren Zusammenhang zu integrieren und so eine große Resistenz gegen alle Deklarationen eines 'Endes der Kunst' an den Tag zu legen. Kunst blieb - in gewisser Weise - 'für immer jung', während Kunstinstitutionen Alterungserscheinungen zeigten und eine Trägheit in ihren Reaktionen auf sich ändernde Bedingungen. Die sich ändernden Bedingungen bestehen nicht nur in Veränderungen der Produktionsbedingungen für schöpferische Arbeit, sondern auch in den Rezeptionssituationen und den Vertriebskanälen, die der Kunstkomplex bereitstellen kann.
Während es tatsächlich so aussieht, als ob das Bündel an Phänomenen, das die Ars Electronica mit dem Terminus des 'Takeover' beschreiben möchte, eine Zeit lang an etlichen Teilnehmern des Kunstbetriebes unbemerkt vorüberging, so wird nun versucht, Versäumtes nachzuholen und dieses Phänomen in den Kunstkontext zu integrieren. Sicherlich schickt sich auch eine neue Generation an, zu 'übernehmen', aber der eigentliche TAKEOVER könnte eher eine Strategie sein als ein Phänomen. Eine Strategie, die von Kunsteinrichtungen in einer Situation eingesetzt wird, in der sie sich mit wachsendem Wettbewerb im Kultur- und Unterhaltungssektor konfrontiert sehen, wo große Publikumsgruppen mit moderner Kunst erreicht werden, wenn entsprechende Marketingmethoden eingesetzt werden, und wo zugleich eine Tendenz zu - internationaler - Konzentration besteht. So bedeutet TAKEOVER also, dass 'Kunst' wieder einmal neu definiert wird und die Kunstwelt einen Takeover hinsichtlich dessen versucht, was sie ohnedies nicht verhindern kann. Ob diese 'Operation Takeover' feindselig oder freundlich ist, wird stark davon abhängen, ob die Kunsteinrichtungen in der Lage sein werden, hilfreiche Bedingungen für nicht-kommerzielle Arbeiten bereitzustellen, ohne ihre üblichen Rituale der Zugangskontrolle in Stellung zu bringen, ob sie mit Leuten klarkommen werden, die nicht mehr davon abhängig sind, als 'KünstlerIn' anerkannt zu werden, sondern vielmehr an den Möglichkeiten interessiert sind, die sie durch interessante Auftragsarbeiten erhalten und an der Freiheit, ihren eigenen Interessen zu folgen und ihren Anschauungen entsprechend zu agieren.
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