Ryoji Ikeda's refined yet groovy sine-tone ensembles explore how we perceive sound in space. The Jury of the 'Digital Musics' category nominated his ultra-minimal and powerful work Matrix für die Goldene Nica.
Meister im Spiel mit extremen Klängen und der Wahrnehmung von Klang im Raum ist der Japaner Ryoji Ikeda. Die Jury der Kategorie 'Digital Musics' nominierte seine ultra-minimale, kraftvolle Arbeit Matrix für die Goldene Nica.
Wie eine ganze Reihe japanischer Klangkünstler – Merbow, Otomo Yoshide oder Sachiko M – navigiert auch Ryoji Ikeda in jenen Sphären, wo Lärm und klanglicher Furor in einen Raum führen, der in Zen-Manier von allem Unnötigen gereinigt ist. Seit fast zehn Jahren moduliert Ikeda hohe und tiefe Frequenzen und hat es zu fast alchemistischer Meisterschaft gebracht.
Matrix ist eine Doppel-CD. Die erste CD enthält das Stück Matrix: For Rooms und ist der Audio-Teil einer Installation, die Ikeda im Januar 2000 in Tokio präsentiert hat. Dabei spielt er mit dem Gehörsinn des Zuhörers: Lange Klänge beginnen sich zu drehen, zu überschneiden, bis der gesamte Raum vollkommen davon erfüllt ist. Wenn man ruhig sitzen bleibt, scheint sich der Klang nicht zu entwickeln, bewegt man sich jedoch, ist es wie ein Schock: Die Musik wird fast greifbar und verändert sich je nach der Position, die man in Bezug zum Raum einnimmt. Ikeda bietet hier eine echte interaktive, spielerische Klangerfahrung, vor der sich nur klaustrophobiegefährdete Zuhörer in Acht nehmen müssen.
Die zweite CD bildet eine Fortsetzung des Albums +/-. Hier arbeitet Ikeda mit ultraminimalen Strukturen, die von Bleeps und Glitchs rhythmisiert werden. Die Hintergrundklänge gehen vom Infrabass bis zum fast nicht mehr Wahrnehmbaren. Ikeda erreicht dadurch einen Zen-artigen Minimalismus, durch den der Hörer das Gefühl für Zeit und Raum völlig verliert.
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