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The Daniel Langlois Foundation’s Centre for Research and Documentation (CR+D)


'Alain Dépocas Alain Dépocas

Seit seiner Eröffnung im Oktober 2000 hat sich das Centre for Research and Documentation (CR+D) zur Aufgabe gemacht, eine umfassende Sammlung von Dokumenten zur elektronischen und digitalen Kunst der letzten fünfzig Jahre zusammenzustellen. Diese einzigartige Quelle zur Geschichte neuer Medienkunst ist der Öffentlichkeit im CR+D in Montreal ohne Einschränkungen zugänglich. Viele Quellen und Hilfsmittel, wie z. B. eine umfangreiche Datenbank, Archivdokumente sowie Audio- und Videomitschnitte sind auch online verfügbar.(1)

Die Sammlung stellt in erster Linie die von der Langlois Foundation geförderten Künstler und Projekte und deren Umfeld vor. Der Ankauf von älteren Dokumenten und Archivsammlungen ermöglicht eine noch breitere historische Kontextualisierung. Dazu zählen u. a. die Steina and Woody Vasulka Archives, die Collection of Documents Published by Experiments in Art and Technology, die 9 Evenings of Theatre and Engineering Archives und die Sonya Landy Sheridan Archives. Die Sammlung des CR+D umfasst eine breite Palette von Dokumenten, wie Bücher, Kataloge, CD-ROMs, Video- und Audiodokumente, Dias und digitale Dateien.

Das Kernstück der Bestände des CR+D bildet die CR+D-Datenbank,(2) in der die verschiedensten Informationsebenen per Index miteinander verlinkt sind. Die Datenbank ist weit mehr als nur ein Bibliothekskatalog und besteht aus speziellen Modulen zur Verwaltung von sieben Hauptinformationstypen: Dokumente (Bücher, Kataloge, CD-ROMs, Artikel aus Zeitschriften, Texte aus Anthologien, digitale Dateien, Websites etc.), Einzelpersonen (Künstler, Kritiker, Kuratoren etc.), Organisationen (Museen, Galerien, Forschungszentren etc.), Veranstaltungen (Ausstellungen, Festivals, Performances, Konferenzen), Kunstwerke, Hilfsmittel (von Künstlern verwendete Maschinen und Software) und Terminologie.

Forscher haben die Möglichkeit, von der Website sämtliche Module der Datenbank abzufragen. Durch die bereichsübergreifende Indizierung ist es möglich, unterschiedlichste Ergebnisse zu erhalten, wie z. B. eine Liste von Veranstaltungen, an denen ein Künstler teilgenommen hat oder bei denen ein Kunstwerk ausgestellt wurde, eine Liste von Dokumenten über eine Veranstaltung oder über eine Einzelperson, eine Liste von Dokumenten zu einem Thema etc. Um dieses Service bieten zu können, ist es erforderlich, die jeweiligen Dokumente mit einem sehr differenzierten und präzisen Index zu versehen und zu beschreiben. Sogar Archivmaterial wird oft nicht bloß auf Datei-, sondern auf Inhaltsebene verarbeitet.
Eine weitere Zielsetzung ist die digitale Verbreitung von Archivdokumenten. Sämtliche Texte und Bilder sowie alle audiovisuellen Dokumente werden mit ihren relevanten Metadaten über das Web präsentiert und bieten auf der Präsentationsschicht eine Vielzahl von Suchoptionen an.
Ferner nimmt das CR+D an wichtigen Forschungsprojekten teil, wie z. B. dem Variable Media Network und DOCAM,(3) einer bedeutenden Forschungsallianz, die sich mit der Dokumentation und Bewahrung von Medienkunst beschäftigt. Unter der Leitung des CR+D gehören der DOCAM kanadische und internationale Partner, wie das V2 in Rotterdam, das ZKM in Karlsruhe, Leonardo, das Canadian Centre for Architecture und die National Gallery in Ottawa, an.
Aus dem Englischen von Eva Gebetsroither


(1) http://www.fondation-langlois.org
(2) http://www.fondation-langlois.org/flash/e/index.php?Url=CRD/search.xml
(3) http://www.variablemedia.net/; http://www.fondation-langlois.org/e/aruc.html