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Ars Electronica 1988
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Early Minimalism: February 1965


'Tony Conrad Tony Conrad

Early Minimalism ist ein Performance-Werk, das der Künstler auf seinem Bedarf nach der Rekonstruktion und Nachvollziehung eines verlorengegangenen künstlerischen Schaffens begründet hat, in dem die Etablierung einer starken minimalistischen Tradition in den frühen Sechzigern enthalten war. Die Serie der "Early Minimalist"-Arbeiten, deren zweites "January 1965" ist, umfaßt jeweils Soloviolin-Performances mit dem Komponisten als Solisten.

Die Solovioline wird kräftig verstärkt und auf die Frequenzen 587/440/293/147 Hz gestimmt. Gespielt wird ohne Vibrato mit sorgfältig gewählten Fingersätzen und Tonhöhen. Die Verstärkung läßt Differenztöne besonders hörbar werden, so daß eine besondere Genauigkeit bei der Tonhöhenkontrolle angebracht ist. Die Stimmung und die Fingersätze beziehen sich auf rationale harmonische Relationen und basieren auf Vielfachen der Primzahlen 2, 3, 7, 11 und 17. "Early Minimalism" kann als Solowerk aufgeführt werden, obwohl der Abschnitt "January 1965" mit einem durchkomponierten Part für Streichquartett (Violine, Viola, Cello, Kontrabaß) versehen ist. Die klarerweise im Vordergrund stehende Solovioline wird nach Anforderungen gespielt, die der Komponist/Musiker in zehnjähriger intensiver Beschäftigung mit diesem musikalischen Idiom entwickelt hat.

Das erste Werk dieser Serie, "Early Minimalism: December 1964", wurde bei der Experimental Intermedia Foundation in New York am 22. März 1987 öffentlich aufgeführt.

Dieses Konzert wurde mit Unterstützung des New York State Council on the Arts, des National Endowment for the Arts und von Meet the Composer ermöglicht.