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Prix1992
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Event Horizon
Rebecca Fuson


Dieses Projekt besteht aus einem interaktiven Medien-Gedicht, das der Benutzer im Zusammenwirken mit dem Computer erarbeitet. Der Benutzer bestimmt die Hauptrichtung der Performance, und der Computer legt über Zufallsoperationen die spezifischen Details fest, die das Werk ausmachen. Somit ist der Benutzer gleichzeitig Teilnehmer und Zuhörer des Ereignisses.

Das Gedicht spielt gleichzeitig auf mehreren Ebenen: Durch die Verwendung von gesprochenem und geschriebenem Text, von Standbildern und Klang als ,Übertragungseinheiten' werden mehrere Sinne angesprochen. Die Gedichtstruktur ist nicht-linear.
Da es viele mögliche Kombinationen aus Text, Bild, Sprache und Klang gibt, schafft jede Begegnung mit dem Werk eine neue einzigartige Erfahrung für den Benutzer. Die Kombination der Elemente ist der Schlüssel, sie schafft ein tertium quid, also eine neue Bedeutung, die aus der Nähe der einzelnen Elemente zueinander entsteht, eine Bedeutung, die nicht explizit vom einzelnen Element ausgedrückt wird, sondern aus der Konsonanz und Dissonanz der Teile entsteht. Der Entstehungsprozeß wird signifikant durch andere Inputs beeinflußt: durch die individuelle Lebenserfahrung, die intellektuellen Neigungen und das Temperament des Benutzers. Was der Benutzer mitbringt, steht an führender Stelle bei der Interpretation des präsentierten Materials. Die aktive Einbindung des Benutzers (der die Form der Präsentation durch seine Auswahl festlegt und über die entstehende Kombination nachdenkt) in die Entwicklung des Ereignisses schließt den ,Kreis' des Gedichtes. In diesem Sinne findet ein fundamentaler Teil des Werkes seine Form und seinen Sitz im Geist des Betrachters und nicht im Computer. Das Gedicht existiert nur als Ganzes, wenn und solange es von einem Benutzer gelesen, gesehen, gehört und betrieben wird.
Ich glaube, daß jetzt aufgrund der Fortschritte der Computertechnologie neue Kommunikationsarten möglich sind. Dieses Gedicht ist der Versuch, ein Beispiel für diese neuen Kommunikationsformen zu schaffen und zu beobachten, wie Funken in der eigenen Vorstellungskraft ausgelöst werden. Ich hoffe, daß dieses Stück den Benutzern die Möglichkeit gibt, die Verbindung zwischen zuvor getrennten Fakten zu erkennen und aus überkommenen Geisteshaltungen auszubrechen. (Rebecca Fuson)