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Prix2002
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Tonga.Online
Sabine Bitter, Peter Kuthan , Thomas Schneider , Helmut Weber


„TONGA.ONLINE“ ist ein Kunst-/ Medien-/ Informations- und Kommunikationstechnologie-Projekt mit Schwerpunkt auf dem Volk der Tonga, das im entlegenen Sambesi-Tal an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia lebt.
Ziel des Projekts ist es, den Tonga eine Stimme im Internet zu verleihen. Umgekehrt bietet es den Tonga auch das modernste Kommunikationsmittel an, mit dem sie sich der Außenwelt gegenüber darstellen können.
Welche Implikationen, Ergebnisse und Effekte zeitigt ein solcher Versuch? Die Antwort auf diese Frage wird noch innerhalb der Arbeitsgruppe, mit den Beteiligten und dem Publikum diskutiert.
Das Projekt selbst spiegelt das Ungleichgewicht und jene Risse und Brüche wider, die im „globalen Dorf“ nicht nur existieren, sondern möglicherweise sogar ausgeweitet werden. Das Ungleichgewicht ist nicht nur mehr eine Frage der Ressourcen, sondern auch die des Zugangs und der Fähigkeit, moderne Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Dieser Zugang ist inzwischen auch eine Kernfrage politischer Rechte geworden: „Im 21. Jahrhundert wird die Fähigkeit zu kommunizieren fast sicher zu den grundlegenden Menschenrechten gehören.“ (Nelson Mandela)

Die Idee für das „Tonga.Online“-Projekt entstand anlässlich der Teilnahme an der Ausstellung „Spuren des Regenbogens: Leben im Südlichen Afrika“ im Linzer Schlossmuseum von April bis November 2001. Ziel des Projekts war es, eine Plattform für die Kommunikation mit dem Volk der Tonga im Sambesi-Tal, genauer mit den Bewohnern des Dorfes Siachiiaba in der abgelegen Region Bina (Simbabwe), zu erstellen. Dazu wurde ein mit Computern ausgestatteter Projektraum eingerichtet und die Website „www.mulonga.net“ entwickelt.
Die am Projekt beteiligten Künstler hatten Simbabwe bereits 1997 als Teil einer Gruppe österreichischer Künstler, Komponisten und Filmemacher besucht, die beim Nayminyami-Festival mit der Kulturgruppe Simonga aus Siachiiaba zusammengearbeitet hat. Diese Beschäftigung mit der Kultur der Tonga und die Reflexionen afrikanischer und österreichischer Komponisten gipfelten (im wahrsten Sinne des Wortes) letztlich darin, dass 30 Mitglieder von Simonga während des "Festivals der Regionen" 1997 das Tote Gebirge überquerten. Das Projekt konzentrierte sich vor allem auf die Schönheit und Beständigkeit der Kultur der Tonga und hat viel dazu beigetragen, bestehende Mythen über die Minderwertigkeit dieser verstreuten Randgruppe zu beseitigen. Im Mittelpunkt stand und steht noch immer ihre außergewöhnliche Ngoma-Buntibe-Musik, die in ihrer erzählerischen Weise stark mit den Gemeinschaftsanliegen verbunden ist. Daneben wird sie auch bei spirituellen Anlässen wie Begräbnissen auf Antilopenhörnern, Trommeln und Rasseln inmitten der gesamten Gemeinschaft aufgeführt, die sich in für Fremde geheimnisvollen Kommunikationsmustern tanzend bewegt.